Zwischenbericht zur Integrations-Kommission

DGB informiert sich über aktuellen Stand der Arbeit der Enquete-Kommission „Integration“ des Bayerischen Landtags.

 

Im Juli 2016 hat der Bayerische Landtag die Enquete-Kommission „Integration in Bayern aktiv gestalten und Richtung geben“ ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Die Kommission, bestehend aus Vertretern aller politischen Fraktionen des Bayerischen Landtags und externen Sachverständigen, soll ein ganzheitliches Konzept für kluge Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Bayern erarbeiten. Als Vorsitzender der Kommission habe ich beim DGB Bayern in München am 18. September 2017 Zwischenbilanz gezogen. Und wichtige Anregungen für die weitere Arbeit der Kommission mitgenommen.

 

Integration ist ein komplexer Prozess. Er erledigt sich nicht einfach mit der ersten Deutschstunde. Vielmehr geht da die Integrationsarbeit erst richtig los. Zum Wesen gelungener Integration gehört beispielsweise auch die Eingliederung von Geflüchteten und Migranten in den Arbeitsmarkt – eine große Aufgabe, der wir uns annehmen müssen.

 

Vor diesem Hintergrund war für mich das Gespräch mit den DGB-Vertreterinnen und Vertretern sehr wichtig. Sie sind die Stimme der Einzelgewerkschaften und Arbeitnehmer. Sie bringen eine weitere Perspektive in die Debatte mit ein, die wir brauchen, um Geflüchtete und Migranten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren – und zwar so, dass eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entsteht. Grundstrukturen gibt es bereits. Es muss aber noch vieles besser werden. Die 3+2-Regelung etwa, die festlegt, dass ein Geflüchteter in Ausbildung trotz negativem Asylbescheid die Lehre garantiert beenden und danach zwei Jahre arbeiten kann, funktioniert noch nicht richtig.

 

Das Thema Arbeit und Ausbildung ist für viele Menschen mit Migrationshintergrund übrigens ein ganz wichtiges Thema. Immer wieder erzählen mir Lehrkräfte, die mit jungen Geflüchteten in Berufsintegrationsklassen arbeiten, dass ihre Schützlinge sich nichts mehr wünschen als eine Ausbildung. Irgendwie nicht überraschend: Wer von uns hätte Lust, zum Nichtstun verdammt zu sein?

 

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