Integration ist keine Einbahnstraße, und sie geschieht nicht am Schreibtisch, sondern mitten im Leben. Genau das wurde am 29. September 2025 im Nürnberger Haus Eckstein spürbar. Zum bundesweiten Aktionstag der Migrationsberatungsstellen öffneten die Jugendmigrationsdienste (JMD), die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) und der Garantiefonds Hochschule ihre Türen, um ihre unverzichtbare Arbeit vorzustellen. Für mich war es selbstverständlich, vor Ort zu sein und das direkte Gespräch mit den Fachkräften sowie den Ratsuchenden zu suchen, denn gerade jungen Menschen zwischen 12 und 27 Jahren bieten diese Dienste in einer fremden Umgebung oft den entscheidenden Halt.
In den Gesprächen wurde schnell deutlich, wie komplex die Herausforderungen sind, mit denen Neuzugewanderte konfrontiert werden. Es geht längst nicht mehr nur um Sprachkurse; die Themen Wohnungsnot, der Zugang zum Arbeitsmarkt, Fragen der Gesundheit und die Hürden der Digitalisierung stehen mittlerweile im Zentrum der Beratung. Besonders bewegend war der Bericht einer jungen Ratsuchenden, die offen schilderte, wie der Jugendmigrationsdienst ihr nicht nur bei bürokratischen Hürden half, sondern ihr auch das nötige Selbstvertrauen gab, um ihren eigenen Weg in unserer Gesellschaft zu gehen. Solche Erfolgsgeschichten sind der beste Beweis für die Wirksamkeit dieser Strukturen.
Doch gute Arbeit braucht sichere Rahmenbedingungen. Wir müssen gemeinsam mit der Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass diese wertvollen Dienste auch in Zukunft finanziell abgesichert sind und ihre Arbeit verlässlich fortführen können. Integration ist eine Daueraufgabe, die nicht nach Kassenlage entschieden werden darf. Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle auch den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz oft erst die Brücke in die Gesellschaft bauen.
Wie erfolgreich Integration gelingen kann, zeigte sich zum Abschluss auf wunderbare Weise ganz praktisch: Das Buffet wurde von ehemaligen Ratsuchenden ausgerichtet, die mittlerweile den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben und nun als Unternehmer auf eigenen Beinen stehen. Ein starkes Signal, das Mut macht und zeigt, dass sich Unterstützung und Solidarität für uns alle auszahlen.