Nachhilfe in Sachen Mülltrennung: Landtagsabgeordneter Arif Taşdelen besucht Projekt „Mieterführerschein“ in Lauf

Integration regional denken – unter diesem Motto besuchte der Vorsitzende der Enquete-Kommission „Integration“ des Bayerischen Landtags Arif Taşdelen am Donnerstag, 08.02.2018, das Projekt „Mieterführerschein im Nürnberger Land“ in Lauf.

 

Im Gespräch mit den Projektverantwortlichen informierte sich der Abgeordnete gemeinsam mit Landrat Armin Kroder, der SPD-Landtagskandidatin für das Nürnberger Land Andrea Lipka-Friedemann, der Vorsitzenden der SPD Nürnberger Land Martina Baumann, dem Vorsitzenden der SPD Happurg Andreas Roller, der Vorsitzenden der SPD Schwaig Claudia Hälter und dem Laufer SPD-Stadtrat Joachim Wartha über das Projekt, das Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf das Mieter-Dasein in Deutschland vorbereiten soll.

 

Der Kurs funktioniert nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie Solveig Grunow erklärt, die die ehrenamtliche Flüchtlings- und Integrationshilfe am Landratsamt Nürnberger Land koordiniert. In vier Workshops sollen die Teilnehmer alles Wichtige zu den Themen Mietvertrag, Energie sparen, Mülltrennung, Wohnungssuche und Nachbar-Sein in Deutschland erfahren.

 

Wer den Mieterführerschein machen will, muss alle vier Schulungstermine besuchen. Ist die gesamte  Workshopreihe absolviert, erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das die Teilnahme an der Qualifizierung bestätigt und ihnen somit bei der Wohnungssuche helfen soll. „Mit dem Mieterführerschein können die Teilnehmer zeigen, dass sie sich ausgiebig mit dem Thema ,Mieter Sein in Deutschland’ beschäftigt haben. Das finde ich wichtig, schließlich hat Vermieten ja auch immer was mit Vertrauen zu tun“, stellt Taşdelen fest.

 

Taşdelen und seine Begleiter besuchten den Workshop zum Thema Abfall- und Mülltrennung. Karola Herrmann und Hartmut Riedel, beide Abfallberater am Landratsamt, hatten eine Restmüll- und Bio-Tonne in Miniatur-Version, den Gelben Sack und reichlich Demo-Müll mitgebracht, um den Teilnehmern anschaulich zu vermitteln, welcher Müll wie entsorgt werden muss. Die jungen Frauen und Männer diskutierten interessiert und engagiert mit. Selbst der politische Besuch konnte noch etwas dazulernen, wie die SPD-Vertreter im Laufe des Workshops überrascht feststellten.

 

Vor dem Hintergrund, dass Deutschland als Meister der akribischen Mülltrennung gilt, berichtete Taşdelen gegen Ende des Kurses noch von seinem Erstkontakt mit dem deutschen Mülltrennungssystem: „Ich kam mit acht Jahren nach Deutschland und hatte zunächst keine Ahnung, wie das alles funktioniert. Ich dachte immer, wenn wir den Müll nicht richtig trennen, explodiert das Haus. So ein Kurs hätte mir die Sorge wahrscheinlich gleich genommen.“

 

Im Anschluss an den Workshop gaben die Projektverantwortlichen dem Vorsitzenden der Enquete-Kommission noch ihre Forderungen an die Politik mit auf den Weg. Die größten Schwierigkeiten für die Integrationsarbeit sehen Grunow und Landrat Kroder in der Finanzierungs- und Personalfrage. Mehr Hauptamtliche wären dringend nötig, um die ehrenamtlich Aktiven zu entlasten, wie Kroder Taşdelen berichtete. Zudem bräuchte es eine strukturelle und damit dauerhafte Förderung, um Planungssicherheit für alle Beteiligten sowie die Qualität des Integrationsangebots stabil zu halten.

 

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