Frauen mit Drogenproblemen auch in der Krise unterstützen

Gabriela Heinrich und Arif Taşdelen zum Gespräch bei Lilith e.V.

Foto (v.l.n.r.): Gabriela Heinrich (SPD-Bundestagsabgeordnete), Daniela Dahm (Geschäftsführerin von Lilith e.V.) und Arif Taşdelen (SPD-Landtagsabgeordneter)

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich und der SPD-Landtagsabgeordnete Arif Taşdelen erkundigten sich im Gespräch mit der Geschäftsführerin von Lilith e.V. Daniela Dahm nach der Lage des Vereins in Zeiten der Corona-Pandemie. 

Die Auswirkungen der Krise stellen sowohl die Mitarbeiterinnen als auch die Klientinnen vor neue Herausforderungen. Für Beratungs- und Unterstützungsangebote wie das Frauencafé oder den Second-Hand-Laden mussten nach einer zeitweisen Schließung alternative Konzepte entwickelt werden. „Da sind wir kreativ geworden“, erklärt Daniela Dahm. „Anrufe, Video-Beratungen, Care-Pakete, Home-Working-Pakete oder Spaziergänge – wichtig war und ist es, den Kontakt zu den Frauen aufrecht zu erhalten.“ Diese sind durch die Auswirkungen der Pandemie nicht nur besonders gefährdet, einen Rückfall in die Drogensucht zu erleiden, sondern auch Opfer von häuslicher Gewalt zu werden.

Auch die 17 Sozialpädagoginnen stehen vor neuen Herausforderungen. Um von zu Hause aus zu arbeiten, fehlte es ihnen an der entsprechenden technischen Ausstattung sowie einem angemessenen Arbeitsplatz. „Theoretisch braucht jede Mitarbeiterin ein eigenes Arbeitszimmer zu Hause, um den Datenschutz gewährleisten zu können“, so Dahm. Bisher ist die Einrichtung von Homeoffice-Plätzen von der Anschaffung der Endgeräte bis hin zu Maßnahmen zum Datenschutz in den Förderrichtlinien nicht vorgesehen. „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass wir Vereine und Wohlfahrtsverbände auch diesbezüglich unterstützen müssen“, so Heinrich und Taşdelen. Die beiden Abgeordneten sagen zu, sich auf Bundes- und Landesebene für eine entsprechende Anpassung der Förderrichtlinien einzusetzen.

Auch finanziell zog die Corona-Pandemie einen Einbruch in den Einnahmen nach sich. Nach dem Lockdown konnten und können nicht alle Maßnahmen und Angebote realisiert werden, was eine Reduzierung der Fördermittel im fünfstelligen Bereich nach sich zog – bei gleichbleibenden Kosten. Auch der Wegfall der Einnahmen durch den Second-Hand-Laden hat Lilith spürbar getroffen. Die Spendeneinnahmen stiegen zunächst enorm an, flachten dann aber wieder rapide ab. „Wir können weiterhin jeden Cent gebrauchen“, meint Dahm.

Das gilt nicht nur im Hinblick auf den Ausbau der Homeoffice-Strukturen. Ein wichtiges Anliegen sind Lilith auch die Streetwork-Einsätze. Diese werden in diesem Jahr zum letzten Mal mit 10.000 Euro kommunal gefördert. Ab 2021 muss die Arbeit auf der Straße voraussichtlich reduziert werden. „Eine solche Einsparung wäre für uns dramatisch“, betont Dahm. „Streetwork ist unser Kerngeschäft. Nur so erreichen wir die Frauen, die nicht von sich aus auf uns zukommen, um Hilfe zu suchen.“

Heinrich und Taşdelen zeigen sich beeindruckt vom professionellen Umgang des Vereins mit der Krise. „Mit der schnellen Entwicklung alternativer Konzepte und Unterstützungsmaßnahmen konnte betroffenen Frauen und Kindern unkompliziert und direkt geholfen werden“, so die beiden Abgeordneten. Die gewonnenen Eindrücke und Forderungen nehmen Heinrich und Taşdelen mit in den Bundes- und Landtag, um sich dort gezielt für Fördertöpfe zur Digitalisierung und für weitere Unterstützungsprogramme einzusetzen.

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