Fast die Hälfte aller Tarifbeschäftigten des Freistaats haben nur befristete Arbeitsverträge

Das geht aus der Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf eine Anfrage des Nürnberger Landtagsabgeordneten Arif Taşdelen hervor. Besonders hoch ist die Zahl der Befristungen im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (44,6 Prozent) und im Staatsministerium für Unterricht und Kultus (49,8 Prozent). Im Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sind es sogar unglaubliche 60,3 Prozent. 

„Wir können es uns nicht leisten, gut ausgebildete Kräfte teilweise mehrere Jahre von einer Befristung in die nächste zu schicken. Mit einem befristeten Arbeitsvertrag kann man keine Zukunft planen und sich auch nicht voll mit dem Arbeitgeber identifizieren. Dabei brauchen wir besonders im öffentlichen Dienst motivierte und gut qualifizierte Kräfte, die dem Gemeinwohl gerne ‚dienen‘“, so der Nürnberger Abgeordnete.

Der Freistaat solle als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen und dauerhafte Beschäftigungen schaffen. Dies sei auch für die Zukunft des öffentlichen Dienstes von immenser Bedeutung. „Wir konkurrieren mit sehr vielen anderen Arbeitgebern bei der Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften“, erklärt Taşdelen. Der SPD-Politiker verlangt deshalb von der Staatsregierung, diesen skandalösen Umständen ein Ende zu setzen. Mit einem Antrag fordert er die Staatsregierung auf, ein Sonderprogramm für Entfristungen aufzulegen. 

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