Altern ohne Grenzen

Kultursensible Versorgung am Lebensende braucht mehr Raum

Grußwort beim Symposium "Altern ohne Grenzen" im Marmorsaal Nürnberg. Foto: Team Taşdelen.

In Nürnberg wie auch anderswo haben immer mehr ältere Menschen einen Migrationshintergrund. Für die Pflege bedeutet das eine große Herausforderung, schließlich sollen alle Menschen in gleichwertiger Qualität behandelt und gepflegt werden. Das Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg und das NürnbergStift haben vor diesem Hintergrund am 20. Juni 2018 zu einem Symposium "Altern ohne Grenzen" eingeladen. 

Schwerpunkt des Symposiums war das Thema der kultursensiblen Versorgung am Lebensende. Wie kultursensible Versorgung aussehen kann und welche Möglichkeiten und Probleme es dabei gibt, haben Experten mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund sehr konstruktiv miteinander diskutiert. 

Das Symposium fand bereits 2016 statt. In meinen Augen leistet dieses Format einen sehr wichtigen Beitrag auf dem Weg hin zu einer kultursensiblen Pflege, weil es entscheidende Akteure mit ihrem jeweiligen Fachwissen und damit unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringt. 

Was wir brauchen ist, die interkulturelle Öffnung des Pflegewesens. Das bedeutet, dass interkulturelle Sensibilität Standard in der Pflege-Ausbildung sein muss. Dass es Schulungen und Fortbildungen für Pflegekräfte gibt, damit pflegebedürftige ältere Migranten entsprechend ihrer kulturellen und religiösen Prägung betreut werden können. Wir brauchen auch eine kultursensible Infrastruktur wie etwa Gebetsräume für Menschen verschiedener Glaubensrichtungen in den Pflegeeinrichtungen. 

Bayern muss sich hier noch in vielen Dingen verbessern. Alle reden von Altern in Würde. Von Respekt vor dem Alter. Von Wertschätzung für die ältere Generation. Wenn wir das ernst meinen, müssen wir diesen Anspruch auch im Umgang mit älteren Menschen mit Migrationshintergrund haben. In Bayern leben teils seit Jahrzehnten Migranten, die langsam in ein Alter kommen oder auch schon in einem Alter sind, in dem sie Pflege brauchen. Sie haben sich integriert. Sind unsere Nachbarn geworden. Und haben zum wirtschaftlichen Wohlstand beigetragen. Einen würdigen Lebensabend haben sie mehr als verdient. 

Mittendrin statt nur dabei Mit Seniorenvertretern im Gespräch