Migranten in den Medien: Gut für die Quote?

Integrationsforum beleuchtet das Thema Migranten in den Medien

Migranten in den Medien: Engagierte Debatte im Caritas-Pirckheimer-Haus. Foto: Büro Taşdelen

Die Themen Migration und Integration bestimmen seit 2015 den medialen Diskurs. Wie ausgewogen ist die hiesige Berichterstattung? Wie prägen die Medien unser Bild von Migranten? Brauchen wir mehr Migranten in den Redaktionen? Diese und weitere Fragen habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Angelika Weikert und interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 19. März 2018 im Haus Eckstein diskutiert. Das Fachgespräch war die sechste Veranstaltung in der Reihe meiner Integrationsforen. Seit 2016 lade ich interessierte Bürgerinnen und Bürger zu verschiedenen Themen ein, um sich in die Debatte zum Thema Integration einzubringen.

Als Expertin hat diesmal Özlem Sarikaya, Fernsehjournalistin und BR-Moderatorin, mit uns gesprochen. Sarikaya moderiert seit 2008 das Inter-Kultur-Magazin „puzzle“ im Bayerischen Fernsehen. Als Mitbegründerin der Initiative Neue Deutsche Medienmacher, eines bundesweiten Zusammenschlusses von Journalisten mit und ohne Migrationshintergrund, engagiert sie sich für eine ausgewogene und vielfältige Berichterstattung. Franziska Holzschuh von den Nürnberger Nachrichten hat den Abend moderiert. 

In der Diskussion wurde hauptsächlich das Problem beleuchtet, dass Migranten in den Medien noch immer stark stereotypisiert dargestellt werden. Derweil ist die Realität doch längst eine andere: Unter den Anwälten, Ärzten und Ingenieuren in unserer Gesellschaft haben mittlerweile viele einen Migrationshintergrund - es wird Zeit, dass diese Realität auch in den Medien abgebildet wird. Dass dies nicht über Nacht passiert, ist klar. Unser langfristiges Ziel muss es trotzdem sein, dass Migranten in den Medien als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft präsentiert werden. Im Radio und Fernsehen spricht der Moderator dann eben auch mal mit Akzent. Und in Filmen und Serien spielt der Schauspieler mit türkischen Wurzeln dann nicht immer nur den Gemüsehändler, sondern eben auch mal den Staatsanwalt oder den Arzt. 

Ich weiß, dass diese Veränderung Mut braucht. Mut in den Redaktionen und Mut in der Gesellschaft. Das können wir aber schaffen, wenn wir alle uns jeden Tag ein bisschen darum bemühen.

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